03.10.2018

von B° RB

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Das multimodale Verkehrsnetz der Metropolregion Nürnberg

Oberbürgermeister Andreas Starke (r.) zusammen mit dem Geschäftsführer des Airport Nürnberg Dr. Michael Hupe und der Niederlassungsleiterin des bayernhafen Bamberg Michaela Wöhrl auf dem Sonderlandeplatz Bamberg Breitenau

"Die multimodale Mobilität der Metropolregion Nürnberg – exemplarisch dargestellt durch die Leuchttürme Airport Nürnberg und bayernhafen Bamberg"

Die Mobilität in der Europäischen Metropolregion Nürnberg (EMN) ist ein großes Spielfeld mit vielen unterschiedlichen Akteuren und sie ist hervorragend aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kamen alle Rednerinnen und Redner des Pressegesprächs am Freitag (28.09.2018) im Towergebäude des Sonderlandeplatzes in Bamberg. 

Eingeladen hatten Oberbürgermeister Andreas Starke zusammen mit dem Geschäftsführer des Airport Nürnberg Dr. Michael Hupe und der Niederlassungsleiterin des bayernhafen Bamberg Michaela Wöhrl. Während Ober- bürgermeister Starke, auch in seiner Funktion als Ratsvorsitzender der Metropolregion Nürnberg, die Thematik Mobilität im Gebiet der Metropolregion Nürnberg im Gesamtzusammenhang betrachtete, hoben Dr. Hupe und Michaela Wöhrl die Besonderheiten ihrer Unternehmen hervor und betonten, welch wichtige Rolle diese innerhalb der Metropolregion spielen.

Rund 3,5 Millionen Menschen leben in 23 Landkreisen und 11 kreisfreien Städten in der EMN und sind auf einer Fläche von 21.800 km2 mobil. „Daher ist es“, so Ratsvorsitzender Oberbürgermeister Andreas Starke „eine große kommunale wie auch wirtschaftliche Gemeinschaftsaufgabe, die Mobilität in unseren Städten und Landkreisen sicherzustellen. Wie die Megatrends Globalisierung und Urbanisierung spielt die Mobilität für die Zukunft der Metropolregion eine entscheidende Schlüsselrolle, da die Qualität der Verkehrsverbindungen für Lebensqualität und Wirtschaftskraft einer Region ausschlaggebend sind“.

Und hier hat die Metropolregion viel zu bieten. Von der Metropolregion Nürnberg aus sind alle europäischen Zentren mit den verschiedensten Fernverkehrsmitteln rasch und bequem erreichbar. Innerhalb des Ballungsraumes sorgt ein hervorragendes Nahverkehrssystem für ideale Verbindungen. Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) umfasst nahezu das gesamte Gebiet und ist somit die Klammer der Metropolregion. Mit rund 15 800 km2 ist er flä- chenmäßig – nach dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg – der zweitgrößte Verkehrs- verbund in Deutschland und der größte in Bayern. „Ich bin der festen Überzeugung, ohne die Metropolregion würde es den zweitgrößten Verkehrsverbund in Deutschland nicht geben. Der VGN gleicht einer Erfolgsstory“, betont der Oberbürgermeister. Aber natürlich dürfe man sich auf den bisherigen Erfolgen nicht ausruhen. „Der Mobilitätskongress der Metropolregion im April 2018 hat gezeigt, dass Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam an sinnvollen Lösungen arbeiten müssen, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten. Ein Patent- rezept wird es nicht geben.“ Umso mehr freut sich der Ratsvorsitzende Starke, dass zusam- men mit dem Forum Verkehr und Planung der EMN ein Experimentalraum ‚Mobilität der Zukunft‘ konzipiert wird.

„Für weltweit agierende Unternehmen ist ein gut funktionierender Flughafen ein wichtiger Standortfaktor, um global angebunden zu sein. Auch Messe und Tourismus brauchen insbesondere für internationale Gäste einen Airport in unmittelbarer Nähe“, so schließt Dr. Michael Hupe, Geschäftsführer des Albrecht Dürer Airport Nürnberg und fachlicher Sprecher des Fo- rums Verkehr und Planung der EMN, an die Ausführungen von OB Starke an.

Nicht nur die Zahl der Passagiere insgesamt steigerte sich in den letzten Jahren auf erwar- tete 4,4 Millionen in 2018, auch der Anteil der Fluggäste, die die Metropolregion als Ziel ha- ben, legt kontinuierlich zu: allein 2017 auf 21 Prozent. Neue Direktflüge aus England, Italien und Osteuropa tragen maßgeblich dazu bei. Bei rund der Hälfte der Incoming-Reisenden handelt es sich um Geschäftsreisende.

Mehr als 1.000 Arbeitsplätze bei der Flughafen Nürnberg GmbH und ihren Tochtergesell- schaften generieren über 100 Millionen Euro Jahresumsatz. Die rund 4.000 Arbeitsplätze direkt am Standort Flughafen erzielen eine Wertschöpfung von etwa 300 Millionen Euro. Rech- net man alle 12.000 direkten und indirekten Arbeitsplätze ein, die mit dem Flughafen in Zu- sammenhang stehen, ergibt sich eine Wertschöpfung von fast einer Milliarde Euro. „In dieser makroökonomischen Betrachtung fließen die sogenannten katalytischen Effekte nicht einmal ein. Die positive Wirkung des Airports für Industrie und Tourismus geht weit über die nackten Zahlen hinaus“, so Geschäftsführer Dr. Hupe.

Die Niederlassungsleiterin des bayernhafen Bamberg, Michaela Wöhrl, wies auf die Beson- derheit des bayernhafen Bamberg hin: „Als trimodale Verkehrsdrehscheibe verknüpfen wir Binnenschiff, Bahn und Lkw. Das macht uns zu einem Wirtschaftsmotor für ganz Oberfran- ken. Wir verstehen uns als Standort-Architekt, der unternehmens- und standortübergreifend Strategien entwickelt, in leistungsfähige Infrastruktur investiert und in enger Zusammenarbeit mit den Hafenansiedlern neue Wertschöpfungspotenziale erschließt. Dabei entwickeln wir tragfähige Logistiklösungen zum Nutzen der regionalen Wirtschaft.“

Der bayernhafen Bamberg, der zusammen mit den Binnenhafen-Standorten Aschaffenburg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau zu bayernhafen gehört, ist Drehscheibe für den Güterverkehr in der Region Oberfranken. Im bayernhafen Bamberg angesiedelt sind 70 Un- ternehmen mit rund 1.800 Arbeitsplätzen – der regionale Beschäftigungseffekt des Hafens ist allerdings wesentlich höher und umfasst insgesamt über 5.000 Arbeitsplätze in der Region. Seine Infrastruktur nutzt der bayernhafen Bamberg auch im Rahmen seines Geschäftsfeldes bayernhafen cruise services: An den drei Anlegestellen im bayernhafen Bamberg können insgesamt bis zu neun Flusskreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen. 2017 waren dies 804 Kreuzfahrtschiffe mit einer Kapazität von über 130.000 Passagieren. Studien zufolge gibt ein einzelner Kreuzfahrttourist in Bamberg im Schnitt 29 Euro pro Tag für Souvenirs, Snacks, Taxis usw. aus. Hinzu kommen indirekte Ausgaben wie Landausflüge und Bustransfers. Die meist aus Amerika und Australien stammenden Kreuzfahrttouristen sind zudem „Werbeträ- ger“, die die besuchten Städte in ihrer Heimat bekannt machen. Gemeinsam mit der Stadt und Verantwortlichen der „weißen Flotte” veranstaltete bayernhafen Ende 2016 im bayernha- fen Bamberg die Tage des offenen Kreuzfahrtschiffs. Dabei entstanden Ideen, wie die Inte- ressen der Flusskreuzfahrt-Touristen und der Bürgerinnen und Bürger noch besser unter ei- nen Hut zu bringen sind: u.a. durch kleinere Gruppen, verschiedene Routen, die Nutzung lo- kaler Produkte auf den Schiffen etc. Auch neue Ideen für den Personentransport vom Hafen in die Innenstadt werden gemeinsam erörtert. ”Wir legen großen Wert auf die Balance der Interessen zwischen Touristengruppen und Bamberger Bürgern”, betont Michaela Wöhrl, „da sind wir seit Jahren in einem konstruktiven Dialog mit der Stadt Bamberg.“

Über den bayernhafen Bamberg

Zu bayernhafen gehören die sechs Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau. Die Lage an wirtschaftsgeografisch bedeutenden Knotenpunkten kombiniert mit einer effi- zienten Verknüpfung der Verkehrswege Wasser, Schiene und Straße zeichnet die Standorte aus. bayernhafen ist ein aktiver Moderator für die Entwicklung von Logistiklösungen sowie Netzwerken. bay- ernhafen agiert als Standortarchitekt, der unternehmens- und standortübergreifend Strategien entwi- ckelt, in leistungsfähige Infrastruktur investiert und in enger Zusammenarbeit mit den Hafenansiedlern neue Wertschöpfungspotenziale erschließt. Ziel ist es, die Position der Häfen als Logistikstandorte und Drehscheiben für den weltweiten Warenaustausch weiter zu stärken. Ein strategisches Flächenma- nagement gewährleistet dabei einen Branchen-Mix aus Transport, Lagerung, Logistik, Dienstleistung und Produktion. 800 Hektar Gesamthafenfläche und über 400 ansässige Unternehmen mit mehr als 13.000 Beschäftigten machen die bayernhafen Gruppe zudem zu einem der leistungsstärksten Logistik- Netzwerke in Europa und zu bedeutenden Wirtschaftsmotoren in Bayern. Die bayernhafen Gruppe selbst beschäftigt 210 Mitarbeiter.

Betreiber der Standorte Aschaffenburg, Bamberg, Regensburg und Passau ist die Bayernhafen GmbH & Co. KG. Geschäftsführer ist Joachim Zimmermann. Die Standorte Nürnberg und Roth werden von der Hafen Nürnberg-Roth GmbH betrieben, an der die Bayernhafen GmbH & Co. KG mit 80 Prozent, die Stadt Nürnberg mit 19 Prozent und die Stadt Roth mit einem Prozent beteiligt sind

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