
Konflikttraining
Durchhalten, wenn’s hart kommt!Konflikttraining für Schülerinnen und Schüler. Weitere Infos im nächsten Bericht
Auf große Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern der der Martin-Wiesend-Schule und der Hugo-von-Trimbergschule stieß ein vom Programm „STÄRKEN vor Ort“ ermöglichtes Konflikttraining für angehende Berufseinsteiger. Insgesamt 74 Jugendliche der 8. und 9. Klassen nahmen im vergangenen Jahr an dem Kurs unter der Leitung von Dipl.-Päd. Sonnhild Schmidt teil. Alle hatten zuvor bereits erste betriebliche Erfahrungen als Praktikanten sammeln konnten.
Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, welche Situationen während des Praktikums als so problematisch empfunden wurden, dass sie einen möglichen Grund für einen Abbruch des Praktikums oder einer späteren Berufsausbildung darstellen könnten. Diese persönlichen Erfahrungen waren Ausgangspunkt des fünfteiligen Verhaltenstrainings. Insbesondere ging es darum, für Problemsituation im Betrieb gemeinsam Ideen zu entwickeln, wie man als Jugendlicher eine „harten“ Situation mit Chefs oder Kollegen durchhalten kann, ohne die Flucht zu ergreifen und das ganze Praktikum abzubrechen.
Geübt wurde auch die Vorbereitung auf Gespräche im Chefbüro. Dabei wurde in kleinen Rollenspielen erprobt, sachliche Fragen zum Arbeitsablauf zu stellen und dabei gleichzeitig die Stimmung des Vorgesetzten sowie dessen aktuelle Arbeitssituation bei Betreten des Büros zu erfassen. Das Eingestehen eines eigenen Fehlers war hierbei ein extra Themenbereich. Welches Auftreten würde den Chef noch mehr verärgern? Wie ist seine Sicht des Vorfalls als Firmenleiter? Mit viel Spaß schlüpften die Jugendlichen dabei auch in die Chefrolle und konnten so leichter nachvollziehen, was ein Missgeschick des Praktikanten, bei dem z. B. Kunden beteiligt sind, aus Sicht des Chefs bedeutet. Auch wenn es in diesem Fall nur „gespielt“ war, fiel es den Teilnehmern dennoch manchmal schwer, den Ärger des Chefs auszuhalten. „Es geht an die Ehre, wenn man einen ‚Anpfiff’ bekommt und ihn ohne Widerspruch ertragen muss“, so Kursleiterin Schmidt.
Nicht nur Chefs wünschen sich gesprächige Praktikanten, auch Kollegen wollen z. B. in der Pause etwas Privates von dem Neuling erfahren. Im Training wurden daher Pausengespräche im Kollegenkreis geübt und gemeinsam überlegt, worüber man in so einer Runde sprechen kann, ohne jemandem zu nahe zu treten oder zu persönlich zu werden.
Anschauliche Modelle zum Verständnis beruflicher Konflikte sollten den Jugendlichen helfen, die verschiedenen Sichtweisen in einem Betrieb nachzuvollziehen. Im Team-Baustein ging es um die eigene Rolle in einem Team, wie es auch eine Klasse darstellt, Erwartungen an Neulinge sowie die Dynamik von Läster- und Mobbingfallen.
Der Abschluss des Trainings fand im Freien statt – in Kooperationsspielen lernten sich die Teilnehmer von neuen Seiten kennen und erfuhren spielerisch, welchen Beitrag jeder einzelne in einem Team zum Gelingen einer gemeinsamen Aufgabe leisten kann. Und auch welche Macht jeder einzelne hat, dies zu erschweren.
Die Kernbotschaft des Kurses an die Jugendlichen lautete: „Werft die Flinte nicht zu schnell ins Korn, sondern probiert es mit Durchhalten.“
Info: STÄRKEN Vor Ort
Zum Jahresende 2011 ist das vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union finanzierte Programm STÄRKEN vor Ort ausgelaufen. Über 500.000 Euro Fördergelder flossen seit 2009 nach Bamberg. Insgesamt 76 Projekte konnten dank des Förderprogramms seit 2009 in den beiden Fördergebieten Bamberg-Süd und Bamberg-Ost durchgeführt werden. Alle zielten sie darauf, Jugendliche mit schlechteren Startchancen bei ihrer schulischen, sozialen und beruflichen Integration sowie Frauen mit Problemen bei Einstieg und Wiedereinstieg in das Berufsleben zu unterstützen.
Weitere Informationen zum Förderprogramm „STÄRKEN vor Ort“ in Bamberg sind im Internet erhältlich.
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