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In puncto Ernährungs- und Esskultur hat sich Deutschland in den letzten 100 Jahren enorm verändert: von Kolonialwaren, Küchenwundern und Kriegsrezepten über die Wirtschaftswunderküche mit Toast Hawaii und Fischstäbchen bis ins neue Jahrtausend, das klassische Rezepte und moderne Ernährung miteinander verbindet. Manche Traditionen sind aber erhalten geblieben. Dazu gehört die Vorliebe für Fleischgerichte, die für viele Menschen nicht nur Ausdruck von materiellem Wohlstand, sondern auch eine Verbindung von Genuss und guter Ernährung darstellen. Nicht von ungefähr ist vielen von uns aus der Kindheit - vor einem halb vollen Teller sitzend - noch der mahnende Satz im Ohr: "Iss doch wenigstens das Fleisch!"
Esskultur im Wandel der Zeit
Aber nicht nur Geschichte und Kultur hatten in den letzten zehn Jahrzehnten großen Einfluss auf die alltägliche Ernährung und die Essvorlieben und -notwendigkeiten genommen. Auch die Rolle der Frau hat sich in Deutschland im letzten Jahrhundert erheblich verändert und die Esskultur sowie Rezeptentwicklung geprägt. So war es zu Anfang des 19. Jahrhunderts in vielen Familien noch üblich, dass die Mütter ihren Töchtern das Kochen beibrachten, wurden ab den 60ern immer mehr Frauen berufstätig. Kochen und die Versorgung der Familie waren nicht mehr die alleinige Hauptaufgabe der Frau, sondern erforderten vor allem eine gute Organisation und kluge Vorratshaltung. Neue Produkte wie Pizza und tiefgekühltes Gemüse und Fleisch wurden der absolute Favorit.
Neben den ersten Convenience-Produkten für die schnelle Zubereitung wurden aber auch Kochbücher mit verständlich formulierten Rezepten, wie in dem laufend angepassten Dr. Oetker Schulkochbuch, immer hilfreicher für die moderne Hausfrau.
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