04.12.2017

von akz-o B° RB

Myrrhe

Geschenk der Heiligen Drei Könige: Mystische Myrrhe

Myrrhe

Die Myrrhe gehört zu den ältesten natürlichen Heilmitteln der Menschheit, deren Einsatz sich besonders bei Darmerkrankungen bis heute ins moderne Zeitalter bewährt hat. Gerade jetzt in der (Vor-)Weihnachtszeit wird vielen Menschen auch die frühere Bedeutung der Myrrhe wieder bewusst.

Schon die Weisen aus dem Morgenland beschenkten das neugeborene Jesuskind neben Gold und Weihrauch mit Myrrhe, eines der wertvollsten Güter der damaligen Zeit. „Die Pflanze war seinerzeit nicht nur Opfergabe für Götter und Könige und ein Zeichen der Heiligung, sondern auch eine begehrte Arzneipflanze“, erläutert Dr. Johannes G. Mayer, Medizinhistoriker, Universität Würzburg. Heute wird die Heilpflanze mit „biblischer Tradition“ bei verschiedenen Darmerkrankungen wie Durchfall, Reizdarm oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt.

„In den letzten Jahren haben zahlreiche Studien an deutschen Kliniken und Universitäten sowohl die entkrampfende als auch antientzündliche Wirkung der Myrrhe allein und in Kombination mit Kamille und Kaffeekohle bestätigt. Weitere Untersuchungen konnten zeigen, dass die Arzneipflanzen die Darmbarriere stärken und eine gesunde Darmflora unterstützen“, erläutert Dr. med. Rainer Stange, Studienleiter, Charité – Universitätsmedizin Berlin. In einer von ihm geleiteten Beobachtungsstudie mit mehr als 1.000 Patienten in 131 deutschen Arztpraxen stellte sich nach Einnahme eines pflanzlichen Kombinationsarzneimittels mit Myrrhe nach Arzt- und Patientenurteil eine deutliche Besserung der Durchfallsymptomatik und des Gesamtbeschwerdebilds bei Reizdarm, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und akuten Durchfällen ein.

Mystische Myrrhe: Wertvoll wie Gold

Nach der Weihnachtsgeschichte bei Matthäus haben die Sterndeuter das neugeborene Kind in Bethlehem mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beschenkt – letztere waren damals genauso wertvoll wie Gold. Auch als Arzneipflanze wurde die Myrrhe schon früh verwendet. „Seit dem 5. Jahrhundert vor Christus wurde sie von den Griechen zur Wundbehandlung, bei chronischem Husten, Asthma und Entzündungen der Mundhöhle eingesetzt. Arabische Ärzte legten dann um 1000 nach Christus den Schwerpunkt der Anwendungen auf den Magen-Darm-Bereich, was auch von europäischen Ärzten des Mittelalters übernommen wurde“, ergänzt Mayer.

In den letzten Jahren wurden die aus der Erfahrungsmedizin schon lange bekannten Wirkungen der biblischen Arzneipflanze in verschiedenen Studien näher untersucht.

Passend zum Thema

Kurs: "Brot backen im Holzbackofen" am 30.07.2017 ab 13 Uhr mit Beate Roth im Volkskundlichen Gerätemuseum Bergnersreuth

Zum Verwechseln ähnlich: "Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger". Vortrag am 20. Juli 2017 um 19 Uhr

Kulinarische Köstlichkeiten ohne Sorgen genießen

Mehr aus der Rubrik

Für ein gelungenes Fest-Menü: Leichtes Wasser zum Wein

Wellness & Gesundheit: Saunagänger leben länger

Infrarotanwendungen lockern die Muskeln und lösen Verspannungen

Teilen: