01.12.2017

von DRK B° RB

Jemen

Trotz Ende der Blockade der See- und Flughäfen: Humanitäre Katastrophe im Jemen bedroht Leben der Bevölkerung

Rotes Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist sehr besorgt über die tägliche Verschlechterung der Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung im Jemen. Auch nach Ende der mehrwöchigen Blockade der wichtigsten See- und Flughäfen und Wiederaufnahme humanitärer Hilfslieferungen gelangen noch nicht genügend Grundversorgungsgüter wie Nahrungsmittel, Medizin und Treibstoffe für die vom anhaltenden bewaffneten Konflikt schwer betroffene Bevölkerung ins Land. „Der Gesamtbedarf an essentiellen Gütern des täglichen Bedarfs im Jemen wird zu 90 Prozent durch Importe gedeckt.

Jede Blockade hat daher unmittelbar gravierende Folgen für die Bevölkerung. Umfangreiche humanitäre Hilfe, aber auch der kommerzielle Import von lebensnotwendigen Gütern muss ohne Einschränkung durch die Konfliktparteien ermöglicht werden“, sagt Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim DRK.

Seit Ende der Totalblockade der wichtigsten See- und Flughäfen treffen im Jemen wieder Schiffe mit Mehl und Weizen ein, jedoch bei weitem nicht genug, um eine drohende Hungersnot zu verhindern. Die Einfuhr von Treibstoff ist noch nicht wieder erlaubt. Das verschärft den Mangel an sauberem Trinkwasser in den neun größten Städten Jemens, da Pumpen und Filteranlagen nicht mehr betrieben werden können. „Über eine Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Versorgung mehr. Dies wird zu einer weiteren Verschärfung der Cholera und dem Ausbruch weiterer Infektionskrankheiten führen, zumal die Menschen vom Hunger geschwächt sind. Die schwelende Cholera-Epidemie führte bereits zu rund 960.000 Verdachtsfällen. Der Zivilbevölkerung im Jemen läuft die Zeit davon“, sagt Johnen.

Das DRK unterstützt den Jemenitischen Roten Halbmond mit dringend benötigter humanitärer Hilfe.
Durch die Bereitstellung medizinischer Verbrauchsgüter wie Medikamente, Dialysematerial und Choleratests sowie Treibstoff für die Generatoren wird der Betrieb von Krankenhäusern maßgeblich unterstützt. Zudem führt das DRK auch Aufklärungskampagnen zur Bekämpfung der Cholera durch und stellt Chlor zur Wasserbehandlung bereit. Pakete mit Hygieneartikeln und Nahrungsmittelpakete werden wenn möglich an besonders bedürftige Menschen verteilt.

Das DRK bittet um Spenden für die notleidende Bevölkerung im Jemen:
IBAN: DE63370205000005023307
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Nothilfe Jemen

Passend zum Thema

DRK stellt 200.000 Euro für Opfer der Flutkatastrophe in Asien bereit

DRK-Suchdienst: Immer noch mehr als 8.000 Anfragen zum Zweiten Weltkrieg

Lage in Bangladesch spitzt sich zu – 3,9 Millionen von Hochwasser betroffen

Mehr aus der Rubrik

DRK erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen STERN-Titelstory

Erstmals steht eine Frau an der Spitze des Deutschen Roten Kreuzes. Die DRK-Bundesversammlung wählte am Freitag in Berlin einstimmig Gerda Hasselfeldt zur neuen Präsidentin. Die frühere Bundesministerin und ehemalige Bundestagsabgeordnete ist damit Nachfolgerin von Dr. Rudolf Seiters, der nach 14 Jahren aus dem Amt scheidet

The BossHoss werben mit Spenden-Aufruf für DRK-Weihnachtsretter

Teilen: