17.10.2017

von DRK B° RB

DRK-Hospitalschiff Helgoland

Jubiläum: 45 Jahre DRK-Hospitalschiff Helgoland. Das "weiße Schiff der Hoffnung" half im Vietnamkrieg 80.000 Menschen

Rotes Kreuz

Vor 45 Jahren, im Jahr 1972, endete einer der größten und längsten Hilfseinsätze des Deutschen Roten Kreuzes: der Einsatz des Hospitalschiffs Helgoland vor der Küste von Vietnam. „Mit Stolz und Freude schauen wir zurück auf diesen Einsatz. Die Besatzung der Helgoland setzte damit ein Zeichen für die Menschlichkeit – und das inmitten des grausamen Vietnamkrieges. Neutral und unabhängig Hilfe zu leisten, wie es den Grundsätzen des Deutschen Roten Kreuzes entspricht, hat auch heute nichts an Aktualität eingebüßt. Angesichts der vielen Krisen und bewaffneten Konflikte weltweit ist humanitäre Hilfe heute so wichtig und notwendig wie damals“, sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. 

Im Oktober 1966 war die Helgoland im Auftrag der Bundesregierung nach Vietnam entsandt worden, um der notleidenden Zivilbevölkerung zu helfen. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Trägerschaft. „Für die Menschen dort wurde das schwimmende Krankenhaus schnell zum ‚weißen Schiff der Hoffnung‘. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war es eine prägende Zeit“, sagt Seiters, der im Jahr 1970 als junger Abgeordneter im Rahmen einer Studienreise selbst in Vietnam zu einem Besuch an Bord war: "Ich war unglaublich beeindruckt von der Hilfe, die Verwundete auf der Helgoland bekamen, und wie die Schwestern und das Personal mit den Verletzten umgingen: Es wurde nicht gefragt, ob Freund oder Feind.“

Viele Patienten hatten schlimmste Kriegsverletzungen. Fast täglich kamen Menschen, die ohne die Hilfe der Helgoland verloren gewesen wären. Das etwa 130-köpfige Team an Bord war ständig gefordert: Acht Ärzte operierten im Schichtbetrieb,18 Rotkreuzschwestern sowie medizinisch-technische Assistenten versorgten die Kranken und Verletzten in den 150 zur Verfügung stehenden Betten, die immer belegt waren. Unterstützung leisteten etwa 70 vietnamesische Wäscher, Köche, Dolmetscher und Krankenschwestern. Die Mission der Helgoland wurde von allen Konfliktparteien anerkannt oder zumindest stillschweigend respektiert. Obwohl das Schiff mitten im Kriegsgebiet lag, wurde es während des mehr als fünfjährigen Einsatzes niemals angegriffen.

Anlässlich des Jubiläums veranstaltet das DRK am 20. Oktober im Bonner Haus der Geschichte einen Festakt, zu dem Pressevertreter herzlich eingeladen sind:

16:00 Uhr Beginn der Veranstaltung

— Grußwort Prof. Dr. Harald Biermann

Direktor Kommunikation, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik 

Deutschland

— Grußwort Dr. Rudolf Seiters

Präsident des Deutschen Roten Kreuzes

— Grußwort Dr. Bärbel Kofler

Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe

— Podiumsgespräch mit Zeitzeugen

— Grußbotschaft Manfred Blum

Verwaltungsleiter auf der Helgoland von Juli 1968 bis Juli 1969

— Get Together und Buffet

21:00 Uhr Ende der Veranstaltung

Moderation: Dr. Wulf Schmiese, Leiter der Redaktion „heute-journal“ 

Haus der Geschichte Bonn, Willy-Brandt-Allee 14, 53113 Bonn

Erwartet werden zum Festakt neben rund 70 ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Helgoland auch der Botschafter von Vietnam, S. E. Herr Doan Xuan Hung, der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann, sowie ein ehemaliger vietnamesischer Patient.

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