Neue Residenz mit Staatsgalerie in Bamberg

Neue Residenz Bamberg

Mit ihren Prachtsälen und ihrer kostbaren Innenausstattung vermittelt die Neue Residenz ein eindrucksvolles Bild des fürstbischöflichen Lebens. In der Staatsgalerie wartet eine hochrangige Sammlung altdeutscher und barocker Gemälde.

1604 wurde mit dem Bau der Neuen Residenz am Domplatz begonnen, von 1697 bis 1703 ließ Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn die beiden Barockflügel von Johann Leonard Dientzenhofer errichten. Kostbare Möbel, zahlreiche Wirkteppiche aus dem 17. und 18. Jahrhundert und die Stuckarbeiten von Johann Jakob Vogel veranschaulichen die Pracht der fürstbischöflichen Hofführung. Höhepunkt ist zweifellos der von Melchior Steidl aufwändig ausgemalte Kaisersaal.

Die Neue Residenz beherbergt eine wertvolle Sammlung altdeutscher und barocker Gemälde aus den Beständen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und den Kunstsammlungen der Stadt Bamberg. Das bedeutendste Werk ist Hans Baldung Griens "Sintflut" (1516), doch auch Gemälde von Lucas Cranach dem Älteren, Hans von Kulmbach oder flämische und holländische Stillleben und Landschaftsbilder des 17. und 18. Jahrhunderts sind hier zu sehen.

Die barocke Gartenanlage des Rosengartens begeistert mit ihrer Blütenpracht und dem Ausblick auf die Bamberger Altstadt.

Zur Geschichte:

Die Neue Residenz entstand in zwei Bauphasen. In der ersten wurde 1602 der rückwärts liegende Trakt unter Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel errichtet. Dieser Bau war als Ergänzung der Alten Hofhaltung gedacht. 1695 ließ ihn der baufreudige Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn umbauen und ein repräsentatives Barockschloss nach Plänen des Hofarchitekten Leonhard Dientzenhofer schaffen. Zwischen 1702 und 1704 wurde der so genannte Vierzehnheiligenpavillon an die Stirnseite des Stadtflügels angefügt. Er sollte in städtebaulicher Hinsicht die Funktion eines mittelalterlichen Turms übernehmen.

Der Plan, einen zusätzlichen Westflügel anstelle der Alten Hofhaltung zu errichten, so dass die Neue Residenz von drei Seiten den Domplatz als Ehrenhof umschlossen hätte, wurde wegen des Spanischen Erbfolgekriegs verschoben und schließlich aufgegeben. Im Laufe des 18. Jahrhunderts fanden die Inneneinrichtung und die Ausstattung nach mehreren Umgestaltungen ihre Vollendung und ihr heutiges Aussehen.

Die Außenanlage:

Die Neue Residenz ist bis auf den vierstöckigen, turmartigen Eckbau dreigeschossig. Von dem überhöhten Eckbau kann man bei schönem Wetter bis zur Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen in Staffelstein blicken, daher auch der Name Vierzehnheiligenpavillon. Die Domplatzfronten sowie die drei Fronten des Vierzehnheiligenpavillons sind streng gegliedert. Plastische Akzente setzen die Portale und die Dachausbauten, vor allem das geschwungene Walmdach des Vierzehnheiligenpavillons. Der Hauptzugang des Hauptflügels wird durch einen Zwerchgiebel hervorgehoben, der von allegorischen Figuren bekrönt wird, die die fünf Sinne darstellen.

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